Nach dem Ende des Tonabbaus hat sich die Tongrube zu einem lebendigen Naturraum entwickelt, der exemplarisch zeigt, wie sich Landschaften regenerieren können. Wo einst große Bagger arbeiteten, wächst heute eine artenreiche Vegetation, die von Sumpflandschaft bis zu trockenen Böschungen, von Vollschatten im Wald bis zur Sonne über den Schilfflächen und Hochstaudenfluren. Diese kleinteiligen, vielgestaltigen Lebensräume bieten Rückzugsorte für seltene Arten, die in der intensiv genutzten Kulturlandschaft kaum noch Lebensraum finden.
Im Frühjahr erfüllt der Gesang von Grasfröschen und Singvögeln die Luft, verschiedene Amphibien leben im und am Wasser, während Libellen in schimmernden Farben über die Wasseroberfläche gleiten. Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer nutzen die Blütenvielfalt der sonnenexponierten Säume und Hochstaudenfluren. In der Abenddämmerung lassen sich Fledermäuse bei der Jagd nach Insekten beobachten.
Die Tongrube steht aufgrund ihrer geowissenschaftlichen Bedeutung seit 1977 unter Naturdenkmalschutz und ist auch heute noch Forschungsort.
Die kleinen Tümpel enthalten besondere Schwefelpurpurbakterien, die sich von Sulfat ernähren und dabei Schwefelwasserstoff abgeben. Während der „Bakterienblüte“ kann man farbenreiche Wasserflächen betrachten.
Das Biotop der Tongrube steht heute für eine beeindruckende natürliche Dynamik und zeigt, wie wertvoll ehemalige Industrieflächen für den Artenschutz sein können. Es lädt ein, Natur hautnah zu erleben und das stille Zusammenspiel von Wachstum, Wandel und Lebenszyklen zu entdecken.











